„Welche Fortschritte erwarten Sie auf den Baustellen bis zum Ende des Sommers?"
Matthias Winter: Die Ganztagesbetreuung an der Karl-Wider-Schule und die Interimsunterbringung für den Kindergarten Rosenberg werden wie geplant rechtzeitig zum Schuljahresbeginn fertig. Beim Schulverbund gehen die Arbeiten an Gebäude G4 weiter, der Abschluss ist für Ende 2026 vorgesehen.
Und noch eine sehr gute Nachricht für Familien: Zum Schuljahr 2026/2027 startet unser neues Betreuungskonzept für Grundschulkinder in Oberndorf.

Das bedeutet: mehr Verlässlichkeit, mehr Flexibilität und bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf – für alle Eltern in unserer Stadt, egal ob in der Kernstadt oder in den Ortsteilen. Das ist kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis intensiver Planungsarbeit.

Die barrierefreien Bushaltestellen in Altoberndorf und Bochingen sollen im August fertiggestellt sein. Am Talplatz und beim Schulverbund werden wir bis zum Herbst weitere sichtbare Fortschritte sehen.
Unsere Stadtbücherei im Schwedenbau hat zudem eine neue Klimaanlage bekommen und dazu auch eine neue Kaffeemaschine. Das klingt vielleicht klein, aber es zeigt unsere Haltung: Wir wollen, dass sich die Bürgerinnen und Bürger in ihren städtischen Einrichtungen wohlfühlen. Die Bücherei mit ihren über 27.000 Medien ist ein wichtiger Treffpunkt und Aufenthaltsort gerade an heißen Sommertagen. Dass wir dort jetzt für eine angenehme Atmosphäre sorgen, ist eine kleine, aber feine Investition in Lebensqualität. Und positiver Seiteneffekt: wir können die Bücherei an heißen Sommertagen uneingeschränkt geöffnet lassen.

Und beim Mutschler-Kreisel – einem seit Langem diskutierten und für die Verkehrssituation in unserer Stadt wichtigen Projekt – haben wir politische Rückendeckung von höchster Stelle erhalten: Der Landtagsabgeordnete Stefan Teufel und Artur Eichin haben bei ihrem jeweiligen Besuch in Oberndorf ihre klare Unterstützung für das Projekt signalisiert. Das ist ein wichtiges Signal. Der Mutschler-Kreisel wird noch Zeit brauchen, hier sind wir auf Partner auf Landes- und Bundesebene angewiesen, aber wir sind auf dem richtigen Weg.

„Welche Projekte und Gemeinderatsthemen stehen direkt nach den Sommerferien an?"
Matthias Winter: Wir haben nach den Ferien eine prall gefüllte Agenda. Was mich dabei besonders freut: Viele Themen betreffen nicht nur die Kernstadt, sondern die gesamte Stadt Oberndorf am Neckar mit allen ihren Stadtteilen. Die Sanierung der Neckarhalle ist ein wichtiges Großthema. Genauso der Neubau des Feuerwehrhauses Aistaig: Das bestehende Gebäude aus dem Jahr 1978 ist für den modernen Einsatzbetrieb schlicht nicht mehr tragbar – die räumlichen Verhältnisse gefährden sogar die Einsatzkräfte beim Umkleiden. Die Sicherheit unserer Feuerwehrkräfte in der Kernstadt und in jedem Ortsteil hat höchste Priorität.

Die Ergebnisse des Gesamtstädtischen Aktivierungskonzepts wurden der Bürgerschaft in einer öffentlichen Informationsveranstaltung präsentiert und zwar für alle Stadtteile. Die Konzeptidee zur Neugestaltung des Schuhmarktplatzes wird durch das beauftragte Planungsbüro weiter ausgearbeitet. Und beim barrierefreien Haltestellenausbau kommen nach Altoberndorf und Bochingen sukzessive weitere Haltestellen im gesamten Stadtgebiet dran. Ein weiteres wichtiges Vorhaben, das wir in der zweiten Jahreshälfte angehen: Wir stellen in diesem Jahr den Förderantrag für ein neues Sanierungsgebiet. Das ist ein bedeutender Schritt für die Weiterentwicklung unserer Innenstadt und unserer Stadtteile und öffnet uns die Tür zu erheblichen Fördermitteln aus der Städtebauförderung. Ich bin zuversichtlich, dass wir damit einen weiteren wichtigen Impuls für die Stadtentwicklung setzen können.

„Welche Ziele haben Sie sich bis zum Jahresende gesetzt?"

Matthias Winter: Das Ziel ist klar: Alle Projekte und Vorhaben, die wir uns vorgenommen haben, wollen wir zu einem guten Abschluss bringen, im besten Fall im geplanten baulichen Zustand und innerhalb des vorgesehenen Kostenrahmens. Das ist eine ambitionierte Messlatte, die ich mir aber bewusst hoch setze.

Wenn ich allein auf die Stadtplanung schaue: Vier abgeschlossene Bebauungsplanverfahren, zwei abgeschlossene FNP-Verfahren, die Kommunale Wärmeplanung, der Lärmaktionsplan. Das ist eine beeindruckende Bilanz. Und das bei gleichzeitig elf laufenden Projekten, sechs weiteren Bebauungsplanverfahren und dem anstehenden Förderantrag für ein Sanierungsgebiet. Unvorhergesehenes gehört zum kommunalen Alltag: das haben wir zuletzt in Hochmössingen eindrücklich erlebt. Aber genau dann beweist sich, wie eine Stadt mit Herausforderungen umgeht: mit Verlässlichkeit, Transparenz und dem Willen, auch unter erschwerten Bedingungen voranzugehen. Oberndorf ist in der glücklichen Lage, investieren und damit gestalten zu können. Das ist ein Glücksfall und eine Verantwortung, die wir täglich ernst nehmen. 

„Wie verbringen Sie die Sommerferien?"
Matthias Winter: Ich freue mich sehr auf eine erholsame Zeit mit meiner Familie, das kommt im Bürgermeisterleben manchmal etwas zu kurz. Und das Schöne ist: Wer in Oberndorf Urlaub macht, dem wird nicht langweilig! Je nach Wetterlage bietet unsere Stadt ein wirklich breites Freizeitangebot: das Freibad, die herrlichen Wanderwege, den Neckartalradweg für Ausflüge mit der Familie, eine Runde Minigolf. Dazu locken tolle Veranstaltungen wie das Sommernachtskino, das Biergartenfest in Bochingen oder der Sommerhock. Für jeden Geschmack ist etwas dabei.

„Welchen Ort in Oberndorf würden Sie Besuchern im Sommer als Erstes zeigen?"
Matthias Winter: Da gibt es ehrlich gesagt viele Kandidaten und genau das macht Oberndorf aus! Ich würde mit einem Ausflug zur Käppeles-Linde nach Hochmössingen beginnen. Dieser Nationalerbe-Baum ist wirklich atemberaubend: eine der stärksten Linden Deutschlands, 600 bis 800 Jahre alt – das ist lebendige Geschichte, die man anfassen kann. Solche Schätze haben wir in unseren Stadtteilen, und viele wissen das gar nicht. Von dort aus geht es dann gerne in die historische Oberstadt mit der katholischen Kirche St. Michael und dem barocken Augustinerkloster und dann runter ins Tal, an den Neckar, zum Freibad, zum Freizeitgelände an der Dollau. Oberndorf hat Geschichte, Natur und Lebendigkeit auf kleinem Raum. Das ist unser großes Plus.

„Und was gehört für Sie zu einem perfekten Sommertag in Oberndorf?"
Matthias Winter: Das lässt sich recht gut beschreiben: Ein Eis in der Eisdiele, dann eine Partie Minigolf oder bei heißen Temperaturen ein Besuch im Freibad. Am Abend ein Cocktail im Alten Rathaus oder ein Besuch des Sommernachtskino – unser Kino in der Unterstadt ist ein echter Schatz. Aber es bietet sich auch die Gelegenheit die zahlreichen Feste und Sommerhockete unserer über 100+ Vereine zu besuchen, was mir auch immer eine große Freude bereitet. Alles in einer Stadt, in der man zu Fuß fast überall hinkommt. Das ist für mich Lebensqualität pur und der beste Beweis, dass Oberndorf wirklich eine tolle Stadt ist.

(Teil 1 des Sommerinterviews lesen Sie hier)