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Frühchenfeld auf dem Oberndorfer Talfriedhof

Nun gibt es auch in Oberndorf ein Frühchenfeld. Es wird noch zum Jahresende auf dem Talfriedhof in der Teckstraße eingerichtet.

Die Frühchen werden auch als Sternenkinder bezeichnet. Der Begriff Sternenkind richtet den Fokus auf das Kind selbst und erkennt das individuelle Wesen des Kindes als Person an, selbst wenn es schon vor der Geburt verstorben ist. Damit geht es um die Wertschätzung des Lebens und nicht nur um die sachliche Feststellung des Absterbens einer Leibesfrucht.
Die Stadt Oberndorf schafft mit dem Frühchenfeld einen Ort, an dem die Sternenkinder anonym bestattet werden können. Dieser Ort erinnert durch ein Kunstwerk an die kleinen Wesen und schafft dadurch einen Raum, an dem die Familien aus dem gesamten Stadtgebiet trauern können aber gleichzeitig auch Halt und Hoffnung finden. Eine gesetzliche Bestattungspflicht besteht für die Frühchen nicht, sondern erst ab einem Gewicht ab 500 Gramm. Bisher wurden die kleinen Verstorbenen oft in vorhandenen Gräbern der Angehörigen beigesetzt, was natürlich auch weiterhin möglich ist.
Das bei der städtischen Bauverwaltung angegliederte Friedhofsamt hat sich mit dieser Thematik bereits seit längerer Zeit beschäftigt. Nach der Aufnahme einer entsprechenden Regelung in der Friedhofsatzung begann man, Ort und Gestaltung zu überlegen. Als Ort geeignet schien ein Feld auf dem Talfriedhof unweit des Haupteinganges. Vorstellen konnte man sich eine Stele, die sich einerseits in die vorhandene Struktur des Friedhofs einordnet, sich aber trotzdem klar erkennbar als Gedenkstätte zeigt.
Auf der Suche nach einem geeigneten Kunstwerk wurde das Künstlerpaar von co-werk in Altoberndorf angefragt, Jens Hogh-Binder und Friederike Schleeh. Die beiden waren gerne bereit, für diese Aufgabe Gestaltungsvorschläge einzureichen. So wurden noch im Sommer bei einem Ortstermin auf dem Talfriedhof mit den Leiterinnen der Bauverwaltung und der Stadtgärtnerei Irene Heim und Silvia Franke gemeinsam die ersten Ideen besprochen. Nach Vorstellung der Entwürfe und Beratung im Kernstadtbeirat beauftragte die Stadtverwaltung dann einen der drei Gestaltungsvorschläge von co-werk für das Frühchenfeld.
Entstanden ist eine ungefähr 170 Zentimeter hohe zweiteilige Stele, die zentral in einem Halbkreis aus roten radial geschnittenen Sandsteinplatten steht. Die Gestaltungsidee basiert auf der Verwendung zweier unterschiedlicher Materialien: Als Sockelstele wurde der einheimische rote Seedorfer Sandstein eingesetzt werden, der auf dem Friedhof schon präsent ist und sowohl Heimat versinnbildlicht wie auch erdige Schwere ausstrahlt. Die darauf sitzende Sternenformenskulptur ist aus rosé-farbigem portugiesischen Marmor gearbeitet - ein Material, das durch Farbe und Struktur fast körperlich und warm wirkt. Die verschieden Sternenformen, die optisch um die freie Mitte des Steines kreisen, stehen inhaltlich für die Individualität der Kinder, die hier bestattet werden können. Das große Rund, der freie Raum in der Mitte und damit das offene Zentrum versinnbildlicht dagegen das Endlose und Unerklärliche und steht damit für die vielen Fragen, die unbeantwortet bleiben.
Das Denkmal steht für eine Wertschätzung, die man dem stets zu früh zu Ende gegangenen kindlichen Leben entgegenbringt. Mit dem Kunstwerk und dem Halbkreisrund wurde nun ein Platz geschaffen, der sowohl Ort des Trauerns wie auch Ort des Halts und der Hoffnung sein kann - eine Ruhestätte für die geliebten Kinder. In den letzten Monaten setzten die beiden co-Werk-Künstler die Planung um und konnten die Gestaltung nun fertigstellen. Die Stadtgärtnerei ergänzt den Bereich mit der passenden Staudenbepflanzung, so dass hier ein farbenfroher Platz auf dem Friedhof entsteht, an dem an die Kinder erinnert wird.

(Erstellt am 03. Dezember 2019)
     
 
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