Historisches

Oberndorfs Geschichte geht weiter zurück als die erste urkundliche Erwähnung oder die Verleihung der Stadtrechte. Archäologische Funde weisen auf jungsteinzeitliche Lager, keltische Kultstätten, römische Militärstraßen und Gutshöfe und alemannische Grabstätten im heutigen Stadtgebiet hin. Im frühen Mittelalter ließen sich fränkische Adelige nieder. Sie verwalteten die entstehenden Siedlungen im Auftrag des Klosters St. Gallen.

Die Siedlung, die als „obarindorf“ 782 erstmals urkundlich erwähnt wurde, erhielt Mitte des 13. Jahrhunderts das Stadtrecht. Unter den Herzögen von Teck wurde sie ein Herrschaftssitz von regionaler Bedeutung. Die Stadt wurde befestigt und Klöster siedelten sich an. Im kleinstaatlichen Gefüge Südwestdeutschlands gehörte Oberndorf a. N. von 1381 bis 1806 zu Vorderösterreich. Die Stadt wurde aber immer wieder an wechselnde Herrschaften verpfändet. Kriegs- und Notzeiten sowie Stadtbrände, vor allem im 17. und 18. Jahrhundert, hemmten die Stadtentwicklung ebenso wie die naturräumlichen Gegebenheiten, nämlich die Lage zwischen Neckartal und Schwarzwald-Vorebene.

Im Zuge der napoleonischen Neuordnung Europas kam Oberndorf a. N. 1806 zum neu geschaffenen Königreich Württemberg. Sein Regent ließ ab 1811 im aufgehobenen Augustinerkloster eine Gewehrfabrik einrichten, aus der 1872/74 das Unternehmen der Gebrüder Mauser hervorging. Mauser (jetzt Rheinmetall Waffe Munition GmbH Niederlassung Mauser), Heckler & Koch und Feinwerkbau setzten internationale Standards und sind weltweit für ihre Produkte bekannt. Seit 1872 werden deutsche Soldaten standardmäßig mit Waffen aus Oberndorf ausgestattet – eine Tradition, die bis heute anhält.