Eine eigene Stadt gründen, arbeiten, Geld verdienen, Waren herstellen, Dienstleistungen anbieten, wählen und gemeinsam Entscheidungen treffen: Im OKIDORF konnten Kinder in der vergangenen Woche wieder erleben, wie eine Stadt funktioniert. Vom 17. bis 22. August verwandelte sich das Schulgelände des Schulverbunds und des Gymnasiums in Oberndorf am Neckar in eine lebendige Kinderspielstadt. Rund 190 Kinder im Alter von acht bis 13 Jahren nahmen in diesem Jahr teil und waren an mehr als zwei Dutzend Arbeitsstellen aktiv.
Das OKIDORF ist ein besonderes Highlight des Sommerferienprogramms des Kinder- und Jugendbüros (KiJu) der Stadt Oberndorf am Neckar. Das Konzept greift die Strukturen einer echten Stadt auf und macht gesellschaftliche und wirtschaftliche Zusammenhänge für Kinder unmittelbar erlebbar.
Ob in der Schreinerei, der Schmuck- oder Lichterwerkstatt, bei der Zeitung, beim OKIDORF-Fernsehen, im Krankenhaus, bei der Feuerwehr oder im Zirkus: Die Kinder konnten unterschiedliche Berufe und Tätigkeiten kennenlernen und selbst Verantwortung übernehmen. Für ihre Arbeit erhielten sie „Okis“, die eigene Währung des OKIDORFS. Damit konnten sie wiederum Waren und Angebote bezahlen.
Auch die städtischen Strukturen wurden im Kleinformat nachgebildet. Das Rathaus kümmerte sich unter anderem um die Wahlen zur Bürgermeisterin beziehungsweise zum Bürgermeister und zum Gemeinderat. Das Arbeitsamt koordinierte die Vergabe der Arbeitsplätze, während die Bank für jedes Kind ein eigenes Konto führte. So wurden Arbeit, Produktion, Lohn, Verkauf, Konsum und Dienstleistungen zu einem spielerischen Wirtschaftskreislauf verbunden. Gleichzeitig konnten die Kinder demokratische Prozesse erleben und selbst mitgestalten.
Ein Höhepunkt zum Abschluss der Woche war das große Stadtfest am Samstag. Dort konnten die Kinder ihren Familien zeigen, was sie während der Woche erarbeitet und erlebt hatten. Die Kreativbetriebe boten ihre selbst hergestellten Waren an, die Pizzeria öffnete ihren Ofen, Kaffee und Kuchen wurden angeboten und der Zirkus Frodiko brachte die Akteure noch einmal gemeinsam in die Manege.
Zum Abschluss wurden die im Laufe der Woche verdienten Okis entwertet – ganz stilecht, indem die bunten Geldscheine aus dem Fenster geworfen wurden. Mit Regenschirmen, Taschen und viel Begeisterung versuchten die Kinder, möglichst viele der „wertlosen“ Okis als Erinnerung an ihre Woche im OKIDORF zu ergattern.
Möglich wurde die Kinderspielstadt durch das Engagement zahlreicher ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer. Rund 60 Betreuerinnen und Betreuer unterstützten die Kinder während der gesamten Woche in den verschiedenen Arbeitsbereichen. Auch Organisationen wie das DRK und die Jugendfeuerwehr waren eingebunden. Das DRK bot unter anderem kindgerechte Erste-Hilfe-Angebote an und stand für inszenierte Einsätze im OKIDORF zur Verfügung.
Das OKIDORF steht dabei ausdrücklich allen Kindern offen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen überwiegend aus Oberndorf am Neckar, aber auch aus den weiteren Orten der Verwaltungsgemeinschaft Oberndorf–Epfendorf–Fluorn-Winzeln sowie traditionell aus der Raumschaft Dornhan. Durch eine Sozialstaffel bei der Teilnahmegebühr und Sponsoren wird sichergestellt, dass kein Kind aus finanziellen Gründen ausgeschlossen wird.
Nach einer ereignisreichen Woche heißt es für das Team des Kinder- und Jugendbüros nun zunächst: abbauen, aufräumen und Material verstauen. Das OKIDORF geht damit wieder in den „Ruhezustand“ – bis es in zwei Jahren erneut heißt: Willkommen im OKIDORF!