Stadtansicht von Oberndorf

Mit einem Investitionsvolumen von rund 1,25 Millionen Euro wird die Bochinger Gutenbergschule renoviert und technisch auf die Digitalisierung vorbereitet

Nun soll es Schlag auf Schlag gehen mit den Sanierungsarbeiten – zumindest ist dies von der Stadtverwaltung und dem städtischen Bauamt so vorgesehen.

Die Finanzierung ist in trockenen Tüchern, die Fördergelder aus dem kommunalen Sanierungsfonds schon seit April 2019 bewilligt. In der letzten Sitzung des Gemeinderats wurde bereits über die Vergabe der Heizungs-und Sanitärinstallation an die Bochinger Firma Uwe Digeser entschieden. Doch damit ist es nicht getan, denn über weitere notwendige Maßnahmen wurde bereits in den letzten Jahren wiederholt diskutiert und beraten. Bereits 2018 wurden die Schüler –WCs – welche seit dem Schulbau 1957/58 unverändert geblieben waren- auf den neuesten Stand gebracht. 2019 musste man erneut die Dachsanierung angehen, weil sich bereits nach 10 Jahren Mängel aufgetan hatten, die dringend behoben werden mussten. Die Grundsanierung zu einem Abschluss zu bringen, bezeichnet Bürgermeister Hermann Acker als vordringliche Aufgabe. Und unter diesem Aspekt hat sich so einiges angesammelt. Dem Alter entsprechend abgenutzt sind die Klassenzimmer und deren Ausstattung. Hier stehen die Böden, Wände und Decken auf der Agenda. Mit Einbaumöbeln soll dem Problem „Stauraum“ begegnet werden, da aktuell selbst die Flure und weiteren Räume als Stellfläche benutzt werden müssen. Die gesamte Gebäudetechnik ist veraltet und so bedürfen alle technischen Anlagen der Erneuerung bis hin zu den Sanitäreinrichtungen in den Klassenzimmern. Infolge der energetischen Sanierung vor 10 Jahren erweisen sich auch die Heizkörper als überdimensioniert. Den Weg der Digitalisierung verbaut die fehlende Netzwerkstruktur, die prioritätsmäßig auf der Liste steht. Die Lehrertoilette wird den heutigen Standards angepasst, ebenso wie die Sanitäreinrichtungen im Eingangsbereich der Turnhalle, die auf städtischem Grund stehen und somit zum Schulgelände zählen. In diese Anlage soll ein behindertengerechtes WC integriert werden, da weder die vereinseigene Turnhalle noch das Schulgebäude über ein solches verfügt. Eine Verbesserung der Rettungswege soll durch eine Fluchttür im Untergeschoss erreicht werden. Um mehr Tageslicht in das Untergeschoss zu bringen, ist geplant, Spiegel in die Lichtschächte auf dem Schulhof einzusetzen. Saniert wird auch die Kelleraußenwand, deren Durchfeuchtung den modrigen Geruch und die Ausblühungen verursacht. Im Argen liegt auch die Lernküche, insbesondere die Elektrogeräte. In diese Erneuerung wird ebenfalls ein Teil der 1,25 Millionen Euro fließen.
Die Umrüstung auf LED-Technik und das Ersetzen der dunklen Holzdecke durch eine Gipskartondecke soll mehr Helligkeit in Flur und Treppenhaus bringen. Die Bauleitung übernimmt die Firma z.e.t.-consult Kay Döz, welche bereits die Dachsanierung betreut hatte. Den Beginn der Sanierungsarbeiten terminieren Michael Lübke (Verwaltungsleiter Planen und Bauen) und Stephan Ruff (Hochbauamt) auf die Sommerferien. Bis der gesamte Maßnahmenkatalog abgearbeitet ist, werde natürlich der laufende Betrieb tangiert sein. Angestrebt wird, die Arbeiten in den Klassenzimmern bis zum Jahresende abzuschließen.
Dass man sich mittelfristig mit dem Thema „Ganztagesschule Bochingen“ beschäftigen müsse, daran ließ Bürgermeister Hermann Acker keinen Zweifel. Deshalb möchte er zeitnah beginnen, dieses Modell planerisch so auf den Weg zu bringen, dass man in den Gremien die Gespräche aufnehmen kann. Er verwies auf die Bestrebungen auf Bundesebene, einen „Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung in Grundschulen“ ab dem Jahr 2025 bzw. 2026 einzuführen. Ein solcher Rechtsanspruch ließe sich seiner Meinung nach nur über verschiedene Standorte erfüllen. Mit Hochmössingen und dem Lindenhof sei die westliche Hochfläche abgedeckt; die Verbundschule versorge die Talschiene und so fehle lediglich auf der östlichen Hochfläche ein ortsnahes Angebot. “Wenn in Richtung Ganztagesschule gedacht wird, wäre es dann nicht sinnvoll, das Sanierungspaket gleich an entsprechenden Stellen darauf auszurichten?“ – so die Frage des Bochinger Ortsvorstehers Martin Karsten. BM Acker erwiderte, dass aus diesen Gründen bereits das Thema „Pausenhalle“ ausgeklammert wurde, das viel Spielraum biete für planerische Details. Zudem würde nur ein Anbau die Erfüllung der Kriterien für einen Ganztagesbetrieb gewährleisten. Jetzt aber gelte es zwingend, die Bochinger Gutenbergschule auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen und die Maßnahmen zu realisieren, die seit Jahren im Raum und in der Diskussion gestanden hatten. Das sei unabhängig zu betrachten vom Konzept einer Ganztagesschule, die vom Andenken bis zur Umsetzung noch eine geraume Zeitspanne einnehme.

Bildunterschriften:
Bild 1 - In die Jahre gekommen - die Klassenzimmer
Bild 2 - Neue Beleuchtung und helle Decke soll für mehr Licht im langen Flur sorgen

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